Vereinigte Arabische Emirate

Staaten wollen Zugriff auf Blackberry-Daten

Im ersten Moment hört es sich paradox an: Weil der Blackberry seine Daten sicher überträgt, gefährdet er die nationale Sicherheit. Die Vereinigten Arabischen Emirate werden ab 11. Oktober den Datenverkehr von Blackberrys blockieren.

Betroffen sind davon alle Daten, die zwischen dem Blackberry-Gerät und einem Blackberry-Server verschlüsselt übertragen werden. Das sind E-Mails, Chat-Nachrichten und der allgemeine Internetzugang. Der Blackberry ist dann nur noch als normales Handy zu gebrauchen.


Blackberrys werden ab 11. Oktober in den Vereinigsten Arabischen Emiraten keine verschlüsselten Daten mehr senden können, sondern nur noch ein ganz einfaches Handy sein
Blackberrys werden ab 11. Oktober in den Vereinigsten Arabischen Emiraten keine verschlüsselten Daten mehr senden können, sondern nur noch ein ganz einfaches Handy sein

Die Vereinigten Arabischen Emirate befürchten, dass die staatlichen Stellen bei Terrorverdacht keinen Zugriff auf die Daten haben. Schließlich stehen alle Server im Ausland.

Hat die USA Zugriff auf die Daten?


Immer wieder gibt es Gerüchte, dass die USA einen Zugang zu den Daten haben. Aus diesem Grund erlauben auch einige Staaten wie Frankreich ihren Regierungsbehörden nicht, Blackberrys zu nutzen. Sie befürchten, dass US-Behörden auf die Daten zugreifen.

Auch die US-Behörden hatten zuerst Bedenken bei einem ganz bestimmten Blackberry. Präsident Obama sollte seinen beim Amtsantritt abgeben. Ein privates Unternehmen, das nicht einmal in den USA sitzt, sondern im benachbarten Kanada, hätte den präsidentschaftlichen E-Mail-Verkehr belauschen können.

Eine technische Lösung für das Problem in den Vereinigten Arabischen Emirate wäre ein Proxy-Server im Land, auf den die staatlichen Stellen zugreifen könnten.

Die Länder stehen Schlange

Dies könnte allerdings Schule machen. Auch China, Indien, Saudi-Arabien und Kuwait haben schon einen Zugang zu den Blackberry-Daten gefordert.

Es ist aber nicht zu erwarten, das RIM (Research in Motion), der Betreiber des Blackberry-Dienstes, nachgeben wird. Die erhöhte Sicherheit durch die Verschlüsselung der Daten wird von Geschäftskunden gefordert und ist ein wichtiger Unterschied zu Apple, Nokia & Co.


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4. August 2010 | 15:51 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: Vereinigte Arabische Emirate, Blackberry, RIM, Verschlüsselung, Sicherheit


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