Digitale Dividende

National Roaming im LTE-Netz?

Als O2 noch Viag Interkom hieß, nutzte man einfach das Netz der Telekom, wenn man im eigenen keinen ausreichenden Netzempfang hatte. National Roaming nannte sich das. Eine solche oder ähnliche Kooperation ist auch beim Aufbau der LTE-Netze denkbar.

Long Term Evolution (LTE) ist eine Mobilfunk-Technik, die Breitband-Internet in die ländlichen Gegenden bringen soll, wo kein DSL-Anschluss geschaltet werden kann.

BNetzA-Chef Matthias Kurth: Kooperationen möglich
BNetzA-Chef Matthias Kurth: Kooperationen möglich
Die dafür notwendigen Frequenzen wurden kürzlich von der Bundesnetzagentur versteigert. Telekom, Vodafone und Telefonica O2 haben den Zuschlag erhalten.

E-Plus schlägt eigenen Weg ein

E-Plus ist leer ausgegangen, hat dafür aber mehr UMTS-Frequenzen erhalten. Diese sollen nun dafür genutzt werden, um über HSPA+ Downloads mit bis zu 21,6 Mbit/s ermöglichen.

E-Plus schließt aber auch eine Kooperation bei den LTE-Netzen nicht aus. Die Frequenzen seien sehr teuer gewesen. Die Konkurrenten müssten also sehen, wie sie das Geld wieder hereinbekommen.

Einem Bericht von teltarif.de zufolge führt Telefonica O2 bereits Gespräche mit den anderen Netzbetreibern. Hierbei geht es aber wahrscheinlich um eine gemeinsame Nutzung der Infrastruktur.

Kooperationen gegenüber aufgeschlossen


Ein solches Infrastruktur-Sharing hält laut teltarif.de auch Matthias Kurth für möglich. Der Präsident der Bundesnetzagentur sprach bei der Handelsblatt Jahrestagung Telekommarkt Europa 2010 in Düsseldorf. Er sieht auch keine Probleme beim National Roaming.

Immer noch unklar ist, wie schnell die Daten letztlich beim Kunden ankommen werden. LTE ermöglicht Downloads mit bis zu 50 Mbit/s - unter Idealbedingungen.

Was kommt beim Kunden an?

Die Telekom wird im Juli damit beginnen, die ersten LTE-Basisstationen zu installieren. Diese können bis zu 10 Kilometer weit funken. Alle Kunden in einer solchen Funkzelle müssen sich dann diese maximale Bandbreite teilen.

Die Bundesregierung hat vorgegeben, dass man effektiv mindestens 1 Mbit/s nutzen können soll. Für viele Kunden wird dies ein Fortschritt sein. An DSL-Anschlüssen gemessen ist dies aber noch lange kein Breitband.


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16. June 2010 | 13:38 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: Digitale Dividende, Long Term Evolution, LTE, Breitband-Internet, weiße Flecken, DSL-Anschluss, Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, National Roaming, Infrastruktur-Sharing


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