UMTS ist kein DSL

Die Werbung verspricht viel. Gerne wird der Eindruck erweckt, dass die höhere Bandbreite von UMTS bereits Breitband-Internet sei. Das sicher nicht. Durch UMTS erhält kein Smartphone eine Internetanbindung, wie man sie von DSL-Anschlüssen kennt. Riesige Downloads werden nach wie vor unmöglich oder extrem teuer sein.

Mehr Bandbreite am DSL-Anschluss bedeutet schnellere Downloads, aber nicht schnelleres Surfen auf normalen Websites. Im Mobilfunk ist es genau umgekehrt. Da heißt mehr Bandbreite lediglich, dass die einzelnen Seiten schneller geladen werden. Aber niemand wird sich deshalb unterwegs einen Film mit mehreren hundert Megabyte aufs Handy laden. Das Datenvolumen wird im Mobilfunk immer begrenzt bleiben, eine höhere Bandbreite hilft lediglich, diese knappen Daten in einer kürzeren Zeit aufs Smartphone zu bringen.

Das mobile Internet ist gewöhnungsbedürftig, meist ist es ein "Shared Medium", die Bandbreite einer Funkzelle muss man sich mit anderen Nutzern teilen. Dies gilt zumindest für GPRS, EDGE und UMTS, nicht so beim weniger genutzten HSCSD. Die Bandbreite von GPRS und UMTS kann also variieren, wenn mehrere Nutzer online gehen oder einen Download starten. Bandbreitenschwankungen können auch auftreten, wenn man sich in einem bewegten Objekt befindet. Oder wenn kurzfristig GPRS-Funkkanäle abgezweigt und der Sprachtelefonie zugewiesen werden. Wer beabsichtigt, im Zug regelmäßig mit dem Laptop zu arbeiten, sollte nicht zu viel erwarten.

Die Netzbetreiber wählen daher auch Formulierungen wie "bis zu 384 kbit/s", diese Bandbreiten werden real aber nicht erreicht. Man müsste schon allein in einer Funkzelle sein und direkt neben der Basistation stehen, um eine optimale Bandbreite zu erhalten. Aussagekräftiger sind Durchschnittswerte, die durch Fachzeitschriften ermittelt werden. Daran sollte man sich orientieren.


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