VPN

iPhone: Was erlaubt T-Mobile?

Einige Verwirrung gab es an diesem Wochenende, als berichtet wurde, dass T-Mobile eine eigene VPN-Lösung für das iPhone plane. Einzelne Medien erinnerten sich dann ans Kleingedruckte. Dort steht in den Complete-Tarifen: "Die Nutzung von VoIP, Instant Messaging und IPVPN ist nicht Gegenstand des Vertrages." Kann man dann auch nicht die von Apple vorinstallierte VPN-Software nutzen?

Man kann, so T-Mobile-Sprecherin Marion Kessing gegenüber Pocketbrain. Zusätzlich werde T-Mobile das kostenpflichtige Produkt "Mobile IP VPN" anbieten, dass noch für das iPhone angepasst werde. Ein Termin für das Erscheinen stehe noch nicht fest.

Darf man, oder darf man nicht?
Darf man, oder darf man nicht?
Frau Kessing stellte auch klar, dass man in WLAN-Hotspots Instant Messaging, Voice-over-IP und VPN ohne Einschränkungen nutzen könne. Bei dem Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gehe es lediglich um die Nutzung über UMTS und die Sicherung der Netzqualität. Momentan würden diese Dienste nicht beschränkt werden. Es handele sich lediglich um einen Vorbehalt.

Vorbehalte in den AGB

Wie die Netzqualität durch diese Dienste gefährdet werden könnten, konnte Frau Kessing allerdings nicht sagen. Mit der Netzqualität hatte auch schon E-Plus argumentiert, als der Netzbetreiber einigen Kunden gegenüber die Kündigung der Daten-Flatrate aussprach. Auch damals wurden auf Nachfrage keine nachvollziehbaren Gründe genannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Unternehmen befürchten, die Kunden könnten durch ihr Nutzungverhalten die Netze in die Knie zwingen. Zu Zeiten des DSL-Booms passierte genau das immer wieder. Wer eine günstige Flatrate anbot, zog Poweruser wie die Fliegen an. Diese nutzten dann den Internetzugang für Peer-to-Peer-Downloads.

Immer wieder wurden damals Kündigungen ausgesprochen. Doch die Unternehmen haben daraus gelernt. Die Formulierung von Vorbehalten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurde seitdem zu einer wahren Meisterschaft entwickelt.

SMS-Paket oder IM-Flatrate?

Voice-over-IP und Instant Messaging gefährden zudem das Geschäftsmodell - so könnten zumindest die Mobilfunker denken. Dem Kunden ist es allerdings egal, ob er fünf Euro für ein SMS-Paket ausgibt oder für eine IM-Flatrate. Hauptsache, er bleibt in Kontakt mit den Freunden. Nicht die Technik ist entscheidend, sondern was der Nutzer damit machen kann.

Geschäftskunden müssen allerdings keine Gängelung befürchten. Wenn sie ihre Mitarbeiter über VPN ins Firmennetz bringen wollen, wird T-Mobile dies sicherlich ermöglichen. Der Netzbetreiber schützt sich bloß vor technischen Experimenten. Ein Privatkunde, der plötzlich nicht mehr chatten kann, hängt allerdings bis zu zwei Jahre im Vertrag.

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1. July 2008 | 14:47 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: VPN, Voice-over-IP, VoIP, IM, Instant Messaging, Chat, T-Mobile, Apple, iPhone, AGB, Netzqualität


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