E-Plus
Kommentar zu Flatrate-Kündigungen: E-Plus gibt sich die Blöße
Den Anruf hätte man sich auch sparen können. Am Freitag berichtete Pocketbrain wie auch andere Newsportale über die Kündigung einiger Internet-Flatrates durch E-Plus und Base. Der Pressesprecher von E-Plus sagte bloß: Das kann ich bestätigen. Viel mehr war aus ihm nicht herauszuholen. Damit liegen Umfang und Gründe der Kündigungen nach wie vor im Dunkeln.
Versprach eine Aufrüstung des Netzes: E-Plus-Chef Thorsten DirksDas Problem des Journalisten ist letztlich aber ein Problem des Kunden. Er weiß nicht, ob es eine nächste Kündigungswelle geben wird und ob er dazu gehört. Dies gilt auch für potentielle Neukunden. Wenn man sich auf einen Vertrag für zwei Jahre einlässt, möchte man schließlich wissen, woran man ist.
"Keine Gigabyte-Grenze"
Dass man nach einer Sonderkündigung woanders einen neuen Vertrag abschließen kann, löst das Problem nicht. Schließlich hat man sich auch Hardware angeschafft und den Datentarif mit einem Sprachtarif kombiniert - in der Hoffnung, dass man für sich die optimale Lösung für die nächsten vierundzwanzig Monate gefunden hat.
Pressesprecher Klaus Schulze stellte gegenüber Pocketbrain klar, dass es keine Gigabyte-Grenze gebe. Vielmehr würde die "missbräuchliche", also eine "dauerhafte" Nutzung die "logische Struktur" des Netzes gefährden. Das kann alles und nichts bedeuten und soll den nachfragenden Journalisten erst einmal beruhigen, dass es dem Kunden nicht ans Leder geht, um ein wenig Datenverkehr zu sparen und den Gewinn des Unternehmens zu steigern.
E-Plus gibt sich die Blöße
E-Plus geht es um etwas Höheres - um das eigene Netz. Die Kündigungen seien jedenfalls nicht willkürlich ausgesprochen worden. Letztlich gibt sich der Netzbetreiber damit aber die Blöße, um das Mobilfunknetz stehe es nicht zum Besten. Das wissen allerdings auch viele E-Plus-Kunden, die mit dem zeit- und stellenweise überlasteten Netz zu kämpfen haben. Auch bei den Kündigungen ist nicht klar, ob es nur Kunden bestimmter Ort betrifft.
Falls E-Plus wirklich so massive technische Probleme durch die Nutzung einzelner Kunden hat, werden die Kündigungen nur bedingt Abhilfe schaffen. E-Plus muss endlich sein Netz aufrüsten, das es seit Jahren schon vernachlässigt hat. E-Plus-Chef Thorsten Dirks hat dies schon vor Monaten angekündigt. Erst hieß es, HSDPA wird eingeführt. Dann hieß es, HSDPA wird 2008 ein Thema, was auf eine früheste Einführung im Jahr 2009 schließen lässt.
Wenn schon E-Plus nicht weiß, wohin die Reise geht, wie soll es dann der Kunde wissen? Dieser ist gut beraten, sich nach Alternativen umzuschauen.
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