E-Plus

Ein Nachruf auf i-mode

E-Plus hat i-mode endgültig abgeschaltet. Die WAP-Alternative sollte das Internet in Deutschland ab 2002 aufs Handy bringen, ist aber nie akzeptiert worden. Den letzten verbliebenen Kunden wurde nun die "Surf & Mail Flatrate" angeboten, mit der man für fünf Euro im Monat einen unbegrenzen Zugriff aufs WAP-Portal von E-Plus erhält.


i-mode: E-Plus hat seine Vergangenheit vergessen
i-mode: E-Plus hat seine Vergangenheit vergessen

i-mode war auch ein Portal, das Zugang zu vielen sinnvollen Dienste verschaffte. Nach wenigen Tasten-Klicks sollte man die Information erhalten, die man suchte: eine Telefonnummer, das Spielergebnis, die neueste Nachricht. In Japan wurde i-mode erfunden. In Japan war i-mode auch erfolgreich. Doch der Erfolg ließ sich nicht auf Europa übertragen.

Dabei bestand Bedarf. Die erste WAP-Version war noch sehr beschränkt. i-mode war in einer weiteren HTML-Variante verfasst und konnte zumindest technisch überzeugen. Die Einnahmen sollten zwischen E-Plus und den Anbietern der einzelnen Dienste geteilt werden. Ein Modell, das beim iPhone Schule gemacht hat.

Seiner Zeit voraus...

Zwei Gründe gab es, dass i-mode in Europa kein Erfolg wurde. Zum einen wurde das Internet in Japan ganz anders genutzt. Computer standen meist am Arbeitsplatz oder im Internetcafé, aber nicht zuhause. E-Mails wurden dann in der Freizeit auf dem Handy geschrieben. i-mode brachte zusätzlich ein paar nützliche Dienste. In Europa setzte man sich lieber zuhause an den Computer.

Zum anderen hat sich hierzulande das Umfeld nicht so schnell entwickelt, dass auch der E-Mail-Abruf mit dem Handy auf dem Nachhauseweg attraktiv wurde. Die Preise waren zu hoch und die Bandbreiten zu niedrig. Diese Voraussetzungen haben sich gerade erst geändert. Und auch das iPhone hat gezeigt, dass es keiner neuen Technik bedarf, um Erfolg zu haben. Es reicht schon, den Nutzern ein gutes Gefühl zu vermitteln.

... und doch hinterher

Das hätte auch damals schon klar sein müssen. So erfolgreich i-mode in Japan war, so rückständig die WAP-Anfänge in Europa waren, ein geschlossenes System wie i-mode musste irgendwann zwangsläufig an seine Grenzen stoßen. Mobile Website werden heute in allgemein verständlichem HTML verfasst - genauso wie ihre großen Geschwister auf dem Desktoprechner und bloß für kleine Bildschirme angepasst.

Heutige Handys werden mit Browsern ausgeliefert, bei denen man sich sogar die 'richtigen' Websites anschaut und wahlweise hinein- und herauszoomt. i-mode konnte da von Beginn an nicht mithalten. Für seine Zeit war i-mode ein guter Ansatz, bemerkt hat dies aber kaum jemand.

Mehr auf Pocketbrain


Mehr im Internet



18. March 2008 | 17:50 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: E-Plus, i-mode, WAP


Kommentar schreiben

Name
E-Mail

Bitte den Text im Bild hier eingeben. Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz