Datenverkehr
O2 plagen Netzprobleme – und unzufriedene Kunden
Wer sich schon einmal mit seinem Problem an die Kundenhotline gewandt hat, könnte diesen Satz gehört haben: "Das ist ein Einzelfall." Matthias Bauer wollte das nicht glauben und hat unter wir-sind-einzelfall.de mehr als 6.000 dieser Einzelfälle gesammelt. O2 hat nun reagiert – mit einer weiteren Floskel.
Die Smartphones seien Schuld und der unerwartet hohe Datenverkehr. Man arbeite an dem Problem. Frühestens zum Jahresende sei mit Abhilfe zu rechnen.

O2-Chef Rene Schuster muss sich jetzt um Netzprobleme und unzufriedene Kunden kümmern
Damit gibt O2 zu, dass man sich beim Netzausbau verschätzt hat – oder schlichtweg zu wenig investiert. Die Probleme treten vor allem an Orten auf, wo viele Nutzer sind, in Großstädten. Das kannte man bisher nur von E-Plus.
Vertrösten der Kunden kein Einzelfall
Bei E-Plus wusste man allerdings woran man war. Der Netzbetreiber sagte klar, dass er sich beim Netzausbau zurückhalte, dafür aber auch günstiger sei. Das galt vor allem für zahlreiche Mobilfunk-Discounter, die das Netz nutzten.
Telefonica hat dagegen viel Geld in O2 investiert – mit dem Ziel, mit T-Mobile und Vodafone gleichzuziehen, zuerst in technischer Hinsicht. Gerade auf dem Land wurde das UMTS-Netz ausgebaut und zwar gleich mit HSDPA.
Das Problem in den Städten ist ein anderes. Hier müssten die ohnehin schon kleinen Funkzellen geteilt werden, neue Standorte sind allerdings teuer. Oder die Bandbreite müsste erhöht werden, was ebenfalls einen massiven Ausbau erfordert. Dies in wenigen Wochen zu schaffen, ist fast utopisch. Das Vertrösten der Kunden wird kein Einzelfall bleiben.

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Ich bin auch einzelfall
yassin | 30.05.2015 | 04:00 Uhr