Maps
Nokia Drive: Der Weg ins Ökosystem
Am Ziel angekommen, könnte man meinen, sei Nokia. Anfang des Jahres wurden Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone angekündigt, jetzt zeigte Nokia die ersten beiden. Doch immer wieder war auch die Rede vom dritten Ökosystem neben Apple iOS und Google Android. Wie weit ist Nokia dort?
Im Rahmen der Nokia World wurde auch Nokia Drive vorgestellt – eine eigenständige Anwendung neben Nokia Maps, die sich auf die Navigation im Auto konzentriert. In über 100 Ländern lotst Nokia Drive durch die Straßen – kostenlos.

Nokia Drive kommt zuerst aufs Windows Phone
Damit keine hohen Kosten entstehen, lassen sich die Karten einzelner Länder vor Fahrtbeginn auf das Smarpthone laden. Es handelt sich dabei um Vektorgrafiken, was die Anzeige auf dem Gerät beschleunigt – sofern die Hardware stark genug ist.
Nokia City Scene
Nokia Maps und Nokia Drive sind bereits Alternativen zu Google Maps und Google Maps Navigation. Nokia bietet aber mehr. Die Anwendung Nokia Public Transport gibt Auskunft über Busse und Bahnen in mehr als 430 Städten weltweit. Für 45 Städte weiß Nokia sogar, ob diese pünktlich sind.
Auf dem MeeGo-Smartphone Nokia N9 zeigt Nokia jetzt auch Straßenansichten, wie man sie von Google Street View kennt. Mehr als ein dutzend Städte wurden mit Nokia City Scene schon online gebracht – meist in den USA, aber auch London. Weitere europäische Städte sollen bald folgen.
Augmented Reality
Angekündigt wurde auch Nokia Live View, eine Augmented-Reality-Anwendung, bei der Livebilder, die von der Handykamera gemacht werden, mit Informationen überlagert werden – zum Beispiel bei berühmten Bauwerken.
Ovi war ein Portfolio an Anwendungen, das den Eindruck erweckte, das Gleiche zu bieten wie Google. Der zweite Blick zeigte aber, dass die Ovi-Dienste keinesfalls mit Google mithalten konnten. Sie waren nicht ausdifferenziert, gingen nicht in die Tiefe.
Auf das konzentrieren, was man gut kann
Lediglich Ovi Maps machte einen vollständigen Eindruck. Die Karten stammten aber von Navteq, einem Unternehmen, das Nokia dann auch gekauft hat. Heute muss eine Maps-Anwendung jedoch mehr bieten: Gratis-Navigation, Zugang zu zahlreichen Datenbanken und sozialen Netzwerken sowie – aus Sicht des Anbieters – Werbung.
Im neuen Ökosystem von Microsoft und Nokia soll sich jeder auf das konzentrieren, was er gut kann, um den Rest dem Partner zu überlassen. Nokia Maps wird damit zu einer gleichwertigen Konkurrenz von Google Maps.
Nokia Maps läuft jetzt auch auf dem iPhone und auf Android-Handys – wenn auch bloß im HTML5-Browser. Bisher hatte Nokia seine Ovi-Dienste aber stets auf Nokia-Handys begrenzt.
Ans Ziel kommen
Wer also kein iPhone besitzt und auch auf dem Android-Handy nicht alle Daten Google in die Hand geben möchte, findet im dritten Ökosystem eine Alternative: gesucht wird über Bing, kommuniziert über Windows Live, gelotst über Nokia Maps.
Ob eine Alternative eine wirkliche Alternative ist, lässt sich ganz einfach überprüfen: Kommt man mit ihr auch an Ziel? Womöglich sogar schneller? Mit Nokia Maps, Nokia Drive und weiteren Kartendiensten will Nokia genau das beweisen.

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Chiku | 22.05.2013 | 13:23 Uhr