Sony Ericsson

Sony trennt sich von Ericsson

Wer erinnert sich noch daran, dass Siemens, Bosch und Phillips einst Handys gebaut haben? Diese Namen sind verschwunden aus dem Fachhandel für Funktelefone. Ericsson wird dieses Schicksal bald teilen. Nach zehn Jahren Probezeit trennen sich Sony und Ericsson wieder. Sony macht allein weiter.

Die Trennung wird scheinbar einvernehmlich vollzogen. Sony kauft die Hälfte des Gemeinschaftsunternehmen für 1,05 Milliarden Euro von Ericsson. Die Schweden sind dann nur noch Netzausrüster.


Das Sony Ericsson P990i war einmal innovativ
Das Sony Ericsson P990i war einmal innovativ

Sinnvoll war diese Verbindung vor zehn Jahren, da Ericsson neue Netze baute oder mit neuer Technik aufrüstete. Oft fehlten dann die Handys mit entsprechendem Können auf der Gegenseite, auch die hat Ericsson geliefert. Heute ist das nicht mehr so wichtig.

Ebenso nah wie fern

Sony dagegen hat mit dem PlayStation Network und dem Sony Entertainment Network zwei Plattformen, die noch nicht so richtig auf den Xperia-Smartphones von Sony Ericsson angekommen sind. Hier ist es sinnvoll, alles aus einer Hand anzubieten.

Sony erhält auch Zugriff auf die zahlreichen Ericsson-Patente, was die Wahrscheinlichkeit, von Apple verklagt zu werden, geringer macht. Der Kauf soll im Januar 2012 abgeschlossen sein.

Der Zusammenschluss der beiden Handysparten von Sony und Ericsson lag 2001 ebenso nah, wie er fern lag. Beide Unternehmen strauchelten und suchten einen Retter in der Not. Allerdings konnten die beiden Unternehmenskulturen nicht unterschiedlicher sein.

Schön, aber zu komplex

So haben auch beide Teile nie richtig zueinander gefunden. Die Handys haben oft gute Noten erhalten: vom P1 über das P990i, den Walkman-Handys bis hin zu den aktuellen Xperia-Smartphones. Doch sank der Marktanteil kontinuierlich. Geräte und Update ließen einfach viel zu oft viel zu lange auf sich warten.

Es waren Managementfehler, zum Beispiel dass Sony Ericsson lange auf mehrere Betriebssysteme gleichzeitig gesetzt hat. Als die Entscheidung dann für Android gefallen war, wurden die Wartezeiten immer länger. Was Sony Ericsson schuf, war einfach zu komplex für kurze Produktzyklen.

Mit Ericsson verschwindet die vorletzte europäische Marke vom Markt der Handy-Entwickler. Verwaltet wird Nokia zwar noch in Finnland, gedacht und entwickelt wird aber schon längst in London, Berlin und den USA.



27. October 2011 | 16:16 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: Sony Ericsson, Sony, Ericsson


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