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Googles Allianz und seine Achillesverse

Wie kann es erfolgreich werden, das neue Betriebssystem für Handys? Nur weil es Linux ist? Nur weil es von Google stammt? Hat sich denn jemals das bessere Betriebssystem durchgesetzt? Kein Psion auf dem PDA, kein Linux auf dem Computer und auch kein Palm OS auf dem Smartphone. Wenn Android, das Betriebssystem der Open Handset Alliance, sich durchsetzen soll, dann muss es mehr bieten.

Bunte Inhalte im blass-blauen Handy?
Bunte Inhalte im blass-blauen Handy?
Der gestrige Überraschungseffekt war eines Steve Jobs würdig. Jeder wusste, dass da etwas kommt. Zuerst das Offensichtliche: Google möchte das mobile Internet allgegenwärtig machen. Doch dann folgte die Überraschung: Google hatte eine breite Allianz geformt. Wieder einmal blitzte Googles Genialität auf. Was bei Apple Design und Marketing sind, ist bei Google der Sinn für das Machbare.

Aber wer gewinnt nun in einer solchen Allianz? Google - soviel ist klar. Je mehr das mobile Internet genutzt wird, desto mehr verdient auch der Werbevermittler daran. AdSense wird auf dem Handy ein Erfolg werden. Das ist unbestritten. Die Formel dafür ist einfach: Die Einnahmen werden geteilt. Die berühmte Win-Win-Situation.

Auf die Geräte kommt es an

Auch die Netzbetreiber haben endlich verstanden, dass es sich sich lohnt, mit Google mehr zu verdienen als allein nur wenig. Zu jeder aufgerufenen mobilen Webseite berechnen sie den Datenverkehr, Seite für Seite oder als fette monatliche Grundgebühr. Dabei ist es auch fast schon egal, ob die Daten über das UMTS-Netz oder einen WLAN-Hotspot geschickt werden. T-Mobile kann beides.

Für die Softwarhersteller war das mobile Internet nie ein Problem. Egal ob ein PDA ohne Netzanschluss oder ein Smartphone, wer sich ein so teures Gerät anschafft, ist auch bereit, den einen oder anderen Euro für die Software nach Maß auszugeben. Die meisten Programme sind jedoch Freeware und werden von Enthusiasten geschrieben. Daran wird und will auch die Open Handset Alliance nichts ändern.

Der geniale Schachzug Googles ist die Einbindung der Gerätehersteller. Kein eigenes Gerät zu bauen, bedeutet erst einmal ein kleineres Risiko für Google selbst. Möglichst viele Hersteller einzubeziehen, ebnet dann auch den Weg für Android auf möglichst viele Smartphones.

Ziehen die Hersteller mit?


Dennoch sind die Gerätehersteller der unsichere Faktor in dieser Allianz, die Achillesferse. Keiner von ihnen wird sich ausschließlich dem Google-Linux verschreiben. Motorola tanzt seit eh und je auf allen Hochzeiten und erwarb erst kürzlich einen Anteil an dem Betriebssystem UIQ. Auch HTC wird sein erfolgreiches Geschäftsmodell mit Windows Mobile nicht gefährden wollen.

Die Hersteller werden sich auf Android erst festlegen, wenn das Betriebssystem erfolgreich ist. Der Erfolg kommt aber erst mit einem entsprechenden Angebot an Geräten. Ein möglicher Teufelskreis.

Sexy Smartphones von LG, Samsung und HTC

Zu der einen Achillesferse, ob die Hersteller genug Geräte anbieten, kommt aber noch die zweite Ferse, ob die Kunden diese Geräte auch kaufen werden. Eine einheitliche Plattform zwingt schließlich zur Konformität. Es wird zwar wie beim PC einfacher sein, einzelne Bausteine miteinander zu kombinieren und auszutauschen, es fällt aber auch schwerer, diese Geräte zu unterscheiden.

Auf die Hersteller kommt deshalb die Aufgabe zu, eine immer ähnlich werdende Technik als etwas Unterschiedliches verkaufen. Das Design spielt bereits jetzt eine große Rolle, das wird sich in Zukunft noch verstärken. Unter diesem Aspekt wundert es auch nicht, dass Google sich um LG, Samsung und HTC bemüht hat. Die machen bereits jetzt sexy Smartphones.

 

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7. November 2007 | 14:19 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: Google, Android, Open Handset Alliance


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