T-Mobile-Tarife bremsen das iPhone aus

Wer sich auf das Apple iPhone als mobilen Internetzugang gefreut hat, wird enttäuscht sein. Die vollmundig angekündigte Daten-Flatrate ist gar keine. Bereits nach dem Verbrauch relativ kleiner Datenmengen wird der Zugang bis zur Unbrauchbarkeit gedrosselt.

Ein erfolgreiches Paar? Montage: Pocketbrain
Ein erfolgreiches Paar? Montage: Pocketbrain
Mit der offiziellen Vorstellung der Tarife hat T-Mobile heute die bisher bekannten Details bestätigt. Es wird drei Tarife geben, die nun Complete M, Complete L und Complete XL heißen. Sie werden 95 Cent pro Monat günstiger sein, als bisher bekannt war. Mehr als Tarifkosmetik ist dies aber nicht, denn die Pakete kosten mit 49, 69 und 89 Euro schon recht viel.

Alle drei Pakete unterscheiden sich durch ihre Inklusivleistungen. Gesprächsminuten in alle deutschen Netze sind von 100 Minuten über 200 Minuten bis 1.000 Minuten enthalten. Jede Gesprächsminute, die darüber hinausgeht, wird mit 39 Cent berechnet. Bei den im Paket enthaltenen SMS gibt es eine ähnliche Staffelung von 40 SMS über 150 SMS bis 300 SMS. Jede weitere Kurznachricht kostet 19 Cent.

Drosselung auf 64 kbit/s im Download

Neu bekannt wurde heute, dass auch die Nutzung des mobilen Internets gestaffelt ist. Wird eine paketabhängige Grenze überschritten, drosselt T-Mobile den Internetzugang über EDGE im Download von 220 auf 64 kbit/s und im Upload von 180 auf 16 kbit/s. Setzt diese Drosselung ein, dürfte das iPhone für nicht viel mehr als dem zähflüssigen Abruf von E-Mails zu gebrauchen sein.

Im Tarif Complete M liegt die Datengrenze bei 200 MB, im Tarif Complete L bei 1 GB und im Tarif Complete XL bei 5 GB. Somit sind die Grenzen sehr niedrig angesetzt. Diese Drosselung gilt allerdings nicht an den 8.600 WLAN-Hotspots von T-Mobile. Dort erhält man die maximale Bandbreite.

Es steht in einem krassen Widerspruch, dass T-Mobile zum iPhone-Start sein EDGE-Netz flächendeckend ausbaut, den Besitzer eines iPhones dieses aber nicht durchgehend nutzen lässt, sondern ihn zur Internetnutzung in ein Innenstadt-Café mit WLAN-Zugang zwingt. Im ländlichen Bereich sind WLAN-Hotspots von T-Mobile zudem kaum zu finden.

Unrealistische Annahmen

Ohne T-Mobile-Hotspot in Reichweite wird man das, was Apple in immer neuen Werbevideos zeigt, nur ein paar Tage lang genießen können. Danach muss man bis zum Ende des Abrechnungszeitraums warten, um wieder neues Datenvolumen zur Verfügung zu haben.

Die Tarife von T-Mobile beruhen auf einer Annahme, wie oft ein Kunde telefoniert, wie viele SMS er verschickt und wie oft er das mobile Internet nutzt. Treffen diese Annahmen für einen Kunden nicht zu, muss er den nächst teureren Tarif wählen. Es ist aber anzunehmen, dass er auf das iPhone verzichtet und sich nach einer Alternative umschaut.

Wurde anfänglich noch die Bindung des iPhone an einen Netzbetreiber als Erfolgshemmnis gesehen, so scheinen nun die Tarife zu einem sicheren Misserfolgsgaranten zu werden.

Das Apple iPhone kann ab dem 9. November für 399 Euro in den Telekom-Shops oder online in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag erworben werden. Zusätzlich werden 25 Euro Einrichtungsgebühr berechnet. 

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29. October 2007 | 19:00 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

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