Tablet
1&1-Pad: Noch weiß man nichts
Das ist ein Phänomen: Der 1&1-Gründer Ralph Dommermuth kündigte in der Wirtschaftswoche an, ein eigenes Tablet zu entwickeln. Mehr sagte er nicht, aber jeder stellt sich ein iPad mit 1&1-Logo darauf vor. Genau das wird es aber nicht sein.
Beim WeTab hat man bereits gesehen, wie der Schuss nach hinten losgehen kann. Auch hier wurde ein Tablet angekündigt, das es in vielen Punkten mit dem iPad aufnehmen kann. Bei der ersten Vorstellung jedoch wurde bloß ein Video auf den Prototypen geschummelt.

Ralph Dommermuth, Gründer von 1&1
Man wusste plötzlich, von dem, was Apple geleistet hat, ist das WeTab noch weit entfernt. Und das gilt wohl auch für alle anderen Pads und Tabs, die gerade entwickelt werden.
Aus Komponenten zusammengesteckt
Es ist gerade Apples Stärke, Produkte aus einem Guss zu schaffen. Für das iPad wurde zum Beispiel der neue Prozessor A4 entwickelt. Bei allem, was die Konkurrenz bisher angekündigt hat, werden aber nur bestehende Komponenten zusammengesteckt. Wie soll auf diese Weise ein Tablet entstehen, dass besser ist als das iPad?
Beim WeTab wird eine bestehende Hardware eingekauft. Neofonie, eines der Unternehmen hinter dem WeTab, macht das, was es besonders gut kann: eine Oberfläche für die Hardware entwickeln.
Die kürzlich vorgestellte Version zeigte, dass diese sich zwar noch in der Entwicklung befindet, aber durchaus orginiell ist - also einem neuen Ansatz folgt. Ob 1&1 das bei einem eigenen Tablet schafft, ist dagegen fraglich.
Keine Erfahrung in diesem Bereich
1&1 hat keine Erfahrung mit Hardware und wird deshalb ein bestehendes Vorprodukt einkaufen müssen, das dann wahrscheinlich aus Netbook-Technik besteht. In der Regel geht dies zu Lasten der Akkulaufzeit - verglichen mit dem iPad.
Als Betriebssystem könnte Android zum Einsatz kommen, es ist lizenzkostenfrei. Es fehlt aber noch die passende Oberfläche für die Bedienung per Fingergesten.
Wie 1&1 Oberflächen entwickelt, sieht man beim Control Center des 1&1-Webhosting, bei der Profi-Mail-Oberfläche MailXchange und beim Webmailer GMX (wenn man die Konzernschwester dazurechnet). Eine Stärke von 1&1 ist dieser Bereich nicht.
Verkaufen ist die Stärke
Unbestritten ist der Erfolg von 1&1 als Verkäufer. Wenn 1&1 ein gutes Produkt hat, kann man davon ausgehen, dass es zu einem günstigen Preis unters Volk gebracht wird.
Wenn man ein solches Produkt nicht hat, muss man es eben einkaufen. Es gab auch schon Gerüchte, dass Medion ein Tablet für Aldi entwickelt. Auch das WeTab sollen Verlage mit dem eigenen Logo versehen können.
Wer auch immer einen halbwegs brauchbaren Rivalen des Apple iPad baut, viele stehen bereit, um ihn zu einem guten Preis zu verkaufen - also günstiger als das iPad.
Verkaufen kann 1&1. Dass das Tablet auch von 1&1 entwickelt wird, darauf sollte man aber nicht wetten.
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