Erfolgsfaktoren
WePad: Was noch keiner weiß
Hochgelobt und tief gefallen - das ist die Bilanz, die man nach der Vorstellung des WePad ziehen muss. Doch das bezieht sich nur auf das Marketing der WePad-Macher und das Medienecho. Über den iPad-Konkurrenten selbst sagt das noch nicht viel aus.
Der Erfolg des WePad hängt von vier Faktoren ab: der Hardware, dem Betriebssystem WeOS, dem Marketing und der Zielgruppe.

So richtig viel, weiß man über das WePad noch nicht
Es stimmt nicht, dass das WePad eine Eigenentwicklung sei und in China gefertigt werde. Offensichtlich stammt die Hardware von der Asus-Tocher Pegatron, die auch nach Kanada die Hardware des ExoPC liefert. Dort kommt allerdings Windows 7 zum Einsatz, das durch die Oberfläche ExoPC UI ergänzt wird.
Besser OEM-Hardware als von der Software-Schmiede
Auch wenn die WePad-Macher in diesem Punkt nicht die Wahrheit gesagt haben, so ist es doch ein Vorteil, wenn die Hardware von einem erfahrenen OEM-Hersteller stammt und nicht von einem mittelständischen Software-Unternehmen.
Als Betriebssystem kommt auf dem WePad ein Linux zum Einsatz, auf dem sich neben normalen Linux-Anwendungen wie OpenOffice auch Android-Programme installieren lassen. Über Adobe Air kommen sogar noch weitere Anwendungen auf das WePad.
Dieses WeOs hätte eigentlich präsentiert werden soll. Da der Zoll aber den Prototypen zu spät freigab, so die Version der WePad-Macher, hätte WeOS nicht aufgespielt werden können; es wurde daher nur ein Video gezeigt.
Es kommt nicht auf die Vorstellung an
Dass es solche Präsentationen mit Trommelwirbel und Paukenschlag überhaupt gibt, ist Steve Jobs zu verdanken. Seit einiger Zeit müssen neue Geräte, Betriebssysteme und Oberflächen auf großer Bühne und mit viel Tamtam angekündigt werden.
Das Medienecho ist fast immer positiv, aber spätestens nach Verkaufsstart scheiden sich dann die Geister, denn nicht jede Präsentation hält letztlich, was sie verspricht. Alle Welt ist zum Beispiel gespannt, wie dies bei Windows Phone 7 im Herbst sein wird.
Auch wenn auf dem WePad schon eine aktuelle Version des WeOS gelaufen wäre, es hätte sich kaum ein Schluss daraus ziehen lassen, ob das WePad in einem halben Jahr beim Sofa-Surfer besser abschneidet als das Apple iPad.
Es kommt auf die Verlage an
Das Marketing der WePad-Macher ist katastrophal - was die verunglückte Pressekonferenz betrifft. Das darf man getrost auf deren Unerfahrenheit schieben. Der ganze Vorlauf jedoch mit der Präsenz auf Facebook zeigt, dass man mit über 16.000 Fans in der Lage ist, Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Die Zielgruppe, das haben die WePad-Macher schon früh betont, sind aber die Verlage. Hier scheinen gute Verbindungen und sogar schon erste Vereinbarungen zu bestehen. Wenn die Verlage das WePad zusammen mit ihren Zeitschriften-Abos verkaufen, sind die Marketing-Fehler der WePad-Macher unerheblich. Dann zählen nur noch die Verlage.
Älterer Prototyp gut angekommen
Es gibt zwei entscheidende Faktoren für den Erfolg des WePad: 1. Funktioniert das Zusammenspiel von Hardware und Software? Einige Journalisten konnten bereits einen älteren Prototypen mit WeOS testen und zeigten sich zufrieden. 2. Sitzen die Verlage mit im Boot? Sorgen diese für den Verkauf?
Am 26. April soll nun ein lauffähiger WePad präsentiert werden.
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