E-Plus
Wird E-Plus die Preise senken?
Das Handelsblatt berichtete gestern, KPN-Chef Ad Scheepbouwer sei bereit, bei seiner deutschen Tochter E-Plus die Gesprächsminute auf 8 Cent pro Minute zu senken. Das sei schließlich europäischer Schnitt. Derzeit kostet ein einminütiges Telefonat in Deutschland noch um die 14 Ct/min. Doch dann überraschte er mit einer einfachen Rechnung.
Ad ScheepbouwerWenn die Preise sinken, so Scheepbouwer, telefonieren die Kunden auch mehr. Das aber würde die Umsätze wiederum so weit nach oben treiben, dass die Verluste aus der Preissenkung aufgefangen würden. Diese Rechnung wirft allerdings die Frage auf, warum E-Plus diesen Weg nicht schon längst beschritten hat. Aber Scheepbouwers Anliegen ist wohl ein anderes: die Zusammenschaltungsgebühren.
An den Regulierer gerichtet, nicht an den Kunden
Ruft man ein Handy aus einem anderen Netz an, kann der Mobilfunkanbieter für die Durchleitung eine Gebühr verlangen. T-Mobile und Vodafone kassieren 8,78 Ct/min, E-Plus und O2 sogar 9,94 Ct/min. Das macht in Deutschland den Anruf zum Handy so teuer. Demnächst wird die Bundesnetzagentur (BNetzA) diese Durchleitungsgebühren neu festlegen. Bis Ende der Woche sollen die Netzbetreiber ihre Vorstellungen einreichen.
Die BNetzA müsste die Gebühren schon sehr stark senken, um eine Gesprächsminute von 8 Ct/min zu ermöglichen. Zumindest, wenn dieser Preis auch von Handynetz zu Handynetz gelten soll. Aber auch günstige Gespräche vom Festnetz zum Handy kämen Scheepbouwer gelegen. Es würde leichter fallen, den Festnetzanschluss ganz abzumelden und nur noch mit dem Handy zu telefonieren. Hier soll E-Plus demnächst einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen.

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