App Store
Amazon bläst zum Angriff
Ein E-Book-Reader wie der Amazon Kindle unterscheidet sich von Smartphone wie auch von Laptop. Es ist ein Nischengerät, das nur wenig kann - das aber sehr gut. Jetzt will Amazon mehr daraus machen.
In Zukunft sollen die Leser nicht nur neuen Lesestoff auf den Kindle laden können, sondern auch Anwendungen. Die Hardware-Voraussetzungen dafür sind zwar bei aktuellen Geräten begrenzt, beim nächsten Kindle könnte das aber schon anders sein.

Amazon bringt Anwendungen auf den Kindle
Amazon möchte seinen Lesern nicht immer die gleichen Bücher empfehlen. Wer einen Reiseführer sucht, bekommt diesen abhängig vom Wetter und von aktuellen Veranstaltungen angezeigt. Praktisch ist dies nur, wenn man das digitale Buch erst vor Ort erwerben möchte.
70 Prozent für Entwickler
Als zweites Beispiel nennt Amazon Kochbücher, die abhängig von Zahl der Gäste und ihren Allergien empfohlen werden sollen. Dann nennt Amazon aber auch einen konkreten Partner: EA Mobile. Auf den Kindle soll man offensichtlich auch Spiele laden können.
Amazon macht also einen eigenen App Store auf. Im nächsten Monat werden Entwickler einen begrenzten Zugang zur Betaversion des Kindle Development Kit (KDK) erhalten. Wie es branchenüblich ist, sollen die Entwickler 70 Prozent der Einnahmen erhalten.
Darüber hinaus will Amazon den Zugang für Autoren und Verlage erleichtern. Neben dem bisherigen Modell bietet Amazon ab Juli eine Digital Text Platform (DTP), bei der Autoren und Verlage 70 Prozent der Einnahmen erhalten.
70 Prozent für Autoren
An diesem Programm kann man aber nur teilnehmen, wenn einige Bedingungen erfüllt sind. Zuerst werden die Kosten für den Datenverkehr vom Kaufpreis abgezogen. Dann muss der Preis 20 Prozent günstiger sein als für die günstigste Papierversion - und unter 10 Dollar liegen.
Dieses Programm steht zwar auch deutschen Autoren offen, gezahlt wird allerdings nur bei Verkäufen innerhalb der USA. Dort bietet Amazon jetzt aber einen Weg, seine Werke ohne die Hilfe von Verlage zu veröffentlichen.
Amazon bläst zum Angriff. Das bisschen Interaktivität, das die Amazon Apps bringen sollen, wird den Verkauf von Netbooks und ähnlichen Geräten nicht mindern. Die Veröffentlichung von Bücher unter Umgehung eines Verlages könnte jedoch eine Branche revolutionieren.
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