Handy

Lohnt sich die Handy-Subventionierung noch?

Wieder einmal wird an den Grundfesten gerüttelt: O2 hält es für möglich, dass es in Zukunft wieder Mobilfunkverträge ohne eine feste Laufzeit geben wird. Dies erfuhr Golem.de von O2 auf Anfrage. Hinter dieser Position steckt allerdings nichts anderes als die allsommerliche Forderung, die Subventionierung der Handys durch die Netzbetreiber abzuschaffen. Derzeit bindet sich ein Kunde meist 24 Monate.

Keine neue Position
Keine neue Position
Wer einen Neuvertrag abschließt, könnte dann sein Handy zwar immer noch beim Netzbetreiber kaufen, würde dies aber in vielen Fällen dort besorgen, wo es billiger ist - im Handyladen an der Ecke, im Onlineshop oder gleich bei Ebay. Schließlich würde man sein Handy dann kaufen, wann wirklich ein neues gebraucht würde. Sei es aus Eitelkeit oder weil das alte kaputt ist.

Es gab Zeiten, da hielt ein Handy ziemlich genau zwei Jahre, dann war der Akku hinüber. Design und Akkulaufzeiten sind immer noch wichtig, aber andere Funktionen ebenso - erst recht, wenn es sich um ein Smartphone handelt, das nicht weniger als das Internet auf den Bildschirm zaubern soll. Solche Wünsche haben natürlich ihren Preis.

Entkoppelte Tarife gibt es bereits

So kauft sich dann mancher auch schon weit vor Ablauf der 24 Monate ein neues Handy - das neueste -, andere nutzen das für viel Geld angeschaffte Smartphone, so lange es nur geht. Wer würde einen Laptop schon streng im Zweijahresrhythmus kaufen?

Weshalb nun dieser neue Vorstoß? Die Entkoppelung von Mobilfunkvertrag und Handykauf würde die Kosten verschieben: Die Tarife würden günstiger, die Geräte aber teurer. Für eine solche Ankündigung besteht allerdings kein Grund. Bereits jetzt gibt es entkoppelte Tarife. O2 selbst hat diese am Donnerstag vorgestellt, und die optionale Subventionierung war nicht einmal neu.

Besser subventioniert kaufen
Besser subventioniert kaufen
Die beworbenen Tarife gelten, ohne dass man ein subventioniertes Handy dazu erhält. Wer dieses dennoch möchte, erhält das Gerät für einen monatlichen Aufschlag von zehn Euro. O2 ist nicht einmal ein Einzelfall. E-Plus verfährt bei seinen Tarifen Zehnsation und Times & More genauso.

Zehn Euro Aufpreis, die sich lohnen


Bei einer Laufzeit von 24 Monaten sind dies insgesamt 240 Euro, die man für ein verbilligtes Handy draufzahlt. Das nicht-subventionierte Nokia E90 Communicator kostet bei O2 mit Vertrag 379,99 Euro. Ohne diesen kostet es sogar 749,99 Euro und ist nicht teurer als in einem günstigen Onlineshop. O2 hat das E90 für seine Kunden 370 Euro günstiger gemacht. Zahlt man als Kunde die 10 Euro monatlich extra, hätte man letztlich 130 Euro gespart.

Es lohnt sich also durchaus noch, ein Smartphone beim Mobilfunkprovider zu kaufen. Allerdings sollte man die genauen Preise im Einzelfall vergleichen. Ein weiterer Vorteil ist die monatliche Ratenzahlung in 10-Euro-Schritten. Wer zum günstigeren Tarif ohne Handysubventionierung greift und sich sein Handy selbst besorgt, fährt nur günstiger, wenn er dieses länger als zwei Jahre nutzt.

Kaum im Programm
Kaum im Programm
Mit der Abschaffung langer Vertragslaufzeiten und damit verbundenen Handy-Subventionen wird der Markt allerdings einen neuen Schub bekommen. Gerade bei ausgefallenen Geräten - egal ob in Hinblick auf Design oder Funktionen. Was bisher vom Netzbetreiber nicht angeboten wurde (Treos von Palm), wird nun besser zu erhalten sein. Händler werden nicht mehr auf die Angebote der Provider angewiesen sein, sondern können selbst kalkulieren.

Wer jederzeit das aktuelle Handy besitzen möchte, wird das ausgemusterte Gerät auch wieder verkaufen wollen. Immer mehr Geräte, die gerade erst ein Jahr alt sind, werden dann bei Ebay erscheinen. Auch das wird die Preise drücken.



28. July 2007 | 12:41 Uhr | Peter Giesecke | Trackback

Tags: Handy, Smartphone, Subvention, Subventionierung, Tarif


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